HIV-Selbsttest



Wie Sie aus den Medien erfahren haben, ist seit Oktober 2018 in Deutschland der sogenannte HIV-Selbsttest zugelassen und frei verkäuflich. In Zukunft werden immer
mehr Apotheken und Drogerien einen HIV-Selbsttest oder sogar HIV-Selbsttests verschiedener Hersteller vorrätig haben und frei verkaufen.

Wir begrüßen diese Entwicklung, weil dies ein weiterer Baustein sein kann, dass Menschen, die sich mit HIV infiziert haben und noch nicht beim Test waren, über die Möglichkeit des HIV-Selbsttests erreicht werden können. Die Diagnose der HIV-Infektion gibt dem betroffenen Menschen schließlich die Möglichkeit, Medikamente gegen HIV einzunehmen und damit den Fortgang der Infektion zu stoppen. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Infektion bleibt zwar bestehen, aber ein Auftreten von Krankheiten, die im Zusammenhang mit HIV auftreten, wird lebenslang verhindert. Außerdem hat die  konsequente Einnahme der Medikamente die Folge, dass sich HIV nicht mehr vermehren kann und daher die Anzahl der HI-Viren im Körper des infizierten Menschen auf nahe Null redeziert wird. Ein HIV-infizierter Mensch, der medikamentös behandelt wird, ist daher nicht mehr ansteckend.


Es gibt also gute Gründe, warum wir froh sind, dass die Möglichkeiten, sich auf HIV testen zu lassen, immer vielfältiger werden. Mit dieser Seite wollen wir Sie über diese Möglichkeiten informieren, damit Sie sich gut entscheiden können, welcher Weg für Sie der beste ist.

Informationen zum HIV-Selbsttest

 

Ein HIV-Selbsttest ist ein HIV-Test, der sich einfach selbst durchführen lässt, zum Beispiel zu Hause. Dabei
wird etwas Blut aus der Fingerkuppe abgenommen und in eine Testvorrichtung gegeben. Der HIV-Selbsttest zeigt das Ergebnis nach ungefähr einer Viertelstunde an. Wie andere übliche Testverfahren auch, weist der Selbsttest nicht HIV direkt nach, sondern Antikörper gegen das Virus.

Achtung: Die Antikörper bilden sich erst nach einiger Zeit!

Man geht davon aus, dass sich innerhalb 12 Wochen nach einer Infektion die Antikörper bilden und nachweisbar sind. Der Test ist daher durchaus in der Lage, eine HIV-Infektion schon früher als 12 Wochen nach einer Infektion zu entdecken, wenn sich die Antikörper entsprechend früher gebildet haben. Wenn ich mich aber vor der 12 Wochenfrist auf HIV teste und der Test nichts findet, dann weiß ich nicht, ob ich mich wirklich nicht angesteckt habe oder, ob ich mich vielleicht zu früh getestet  habe und die Antikörper sich bloß noch nicht gebildet haben. Wenn ich also ausschließen will, dass ich mich in einer konkreten Situation angesteckt habe, muss ich die 12-Wochen-Frist abwarten: das Ergebnis „HIV-negativ“ ist erst dann zuverlässig, wenn die mögliche Übertragung zwölf Wochen oder länger zurückliegt.

Achtung: Falsch reaktive Testergebnisse sind möglich!

Jedes technische Produkt macht auch einen Fehler – dies gilt auch für jeden HIV-Test. Bei der Konstruktion des HIV-Tests haben sich die Entwickler dafür entschieden, möglichst alle HIV-Infektionen erkennen zu wollen und haben daher den Test sehr sensitiv konstruiert. Der Test findet daher – bei Berücksichtigung der 12-Wochen-Frist – nicht nur alle HIV-Infektionen, er findet sogar ein paar mehr. Mancher HIV-Schnelltest (und ein HIV-Selbsttest ist technisch betrachtet auch nur ein Schnelltest) reagiert also, obwohl gar keine Infektion vorliegt. Jeder reaktive HIV-Selbsttest sollte daher unbedingt in einer Teststelle oder vom Arzt darauf überprüft werden, ob wirklich eine HIV-Infektion  oder  ein falsch reaktives Ergebnis vorliegt.

Kurzum: wenn der Test nicht reagiert bedeutet das, dass ich bis vor 12 Wochen sicher nicht mit HIV infiziert war. wenn der Test reagiert bedeutet das, dass ich das Ergebnis überprüfen lassen muss und am besten eine Teststelle oder Arzt aufsuche.

Für wen ist der HIV-Selbsttest geeignet?

Der Selbsttest ist geeignet für Menschen, die überprüfen möchten, ob sie sich mit HIV infiziert haben, sich aber scheuen, eine Arztpraxis oder Teststelle aufzusuchen. Der Selbsttest ist also eine Chance für alle, die sich bisher nicht getraut haben, er soll und wird andere Testangebote aber nicht ersetzen können.

Alle Menschen, die vor dem Test beraten werden wollen oder, die sich den Testvorgang nicht selbst zutrauen oder, die auch andere sexuell übertragbare Infektionen testen lassen wollen, sind auch weiterhin gut beraten, eine Teststelle aufzusuchen.

Checkpoint Regensburg testet jeden 1. und 3. Dienstag des Monats auf Wunsch auf HIV, Hepatitis A, B und C, Syphilis, Gonokokken (Tripper) und Chlamydien. Sexuelle Gesundheit ist schließlich mehr als „nur“ die Abwesenheit einer HIV-Infektion. Im Checkpoint werden alle Menschen ausführlich beraten. Offen und ohne falsche Scham und zugleich einfühlsam und diskret .

 

Für Menschen, die sich regelmäßig testen lassen wollen, weil sie wissen, dass sie nicht einmalig in der Vergangenheit ein Infektionsrisiko hatten, sondern auch zukünftig Risiken nicht auszuschließen sind, und die professionell getestet werden wollen, ohne aber ständig eine Teststelle aufsuchen zu müssen, empfehlen wir S.A.M  Mein Heimtest. S.A.M  Mein Heimtest  testet auf HIV, Syphilis, Gonokokken (Tripper) und Chlamydien. Es ist eine einzige Erstberatung in einer Teststelle erforderlich, alle weiteren Kontakte erfolgen per Post und per Handy/Smartphone. In dieser Erstberatung wird gemeinsam festgelegt, in welchen Zeitabständen getestet wird und die Tests werden ausführlich erklärt. Anschließend können die Tests zu Hause selbstständig durchgeführt und im gewünschten Zeitabstand immer wieder wiederholt werden.

 

 

 

Welcher HIV-Selbsttest ist empfehlenswert?

Empfehlenswert sind Tests, die in Deutschland als Selbsttest zugelassen sind und das CE-Zeichen tragen. Außerdem sollten sie leicht anwendbar sein. Die Deutsche Aidshilfe hat sich entschlossen mit der Firma BioSYNEX zu kooperieren, die den HIV-Selbsttest Exacto anbietet. Wir haben uns entschlossen, den Weg der Deutschen Aidshilfe mitzugehen und werden ab sofort den Exacto bei uns in der Beratungsstelle vorrätig haben. Der Exacto ist aber nicht der einzige HIV-Selbsttest mit CE-Prüfzeichen in Deutschland.

Von nicht in Europa zugelassenen Selbsttests, die über das Internet bestellt werden, raten wir ausdrücklich ab. Hier ist die Kontrolle der Qualität nicht gewährleistet.

Der Exacto kostet bei uns in der Single-Version € 20 und in der Paar-Version € 35 und steht in der Aids-Beratungsstelle zur Verfügung.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bedeutet HIV-Selbsttest immer, dass ich alles alleine wissen und machen muss?

Nein! Wir bieten ausdrücklich an, dass wir Sie ausführlich in die Anwendung des Exacto-HIV-Selbsttests einweisen können. Wenn Sie dazu in die Beratungsstelle kommen, sind wir auch in der Lage, die Durchführung des Selbsttests beratend zu begleiten und das Ergebnis mit Ihnen zu besprechen. Wir können Sie natürlich auch telefonisch beraten und stehen Ihnen als Beratungsstelle selbstverständlich beratend zur Seite – egal zu welchem Zeitpunkt – ob vor, während oder nach einem HIV-Selbsttest.

Wer sollte sich prinzipiell testen (oder testen lassen)?

Testen (oder testen lassen) sollte sich, wer sich mit HIV infiziert haben könnte. Es gilt die Devise: Im Zweifel testen. Wird HIV rechtzeitig erkannt und behandelt, kann man heute gut damit leben und hat eine normale Lebenserwartung. Die Therapie verhindert auch die Übertragung von HIV. Unwissentlich HIV-positiv zu sein, kann hingegen schwere Gesundheitsschäden nach sich ziehen oder das Leben gefährden. Mit einem HIV-Test ist das vermeidbar.

Männern, die Sex mit Männern haben, empfiehlt die Deutsche AIDS-Hilfe einen jährlichen Routine-Test, weil sie statistisch ein höheres HIV-Risiko haben. Das gleiche gilt für andere Menschen mit einem besonders hohen HIV-Risiko, etwa durch gemeinsam benutzte Spritzen beim Drogenkonsum. Heterosexuelle Menschen mit wechselnden Sexualpartner*innen sollten sich ebenfalls regelmäßig testen lassen.

 

Überblick über die verschiedenen Testmöglichkeiten

Der Selbsttest ist eine weitere Möglichkeit, ein Baustein in einem möglichst vielfältigen Gefüge von Testangeboten – nicht die neue Empfehlung für alle. Hier noch einmal die wesentlichen Merkmale der verschiedenen Möglichkeiten:

HIV-Labortest (im Checkpoint, beim Arzt oder im Gesundheitsamt): Es wird Blut aus der Vene in der Armbeuge abgenommen und ins Labor geschickt. Das Ergebnis erhält man nach wenigen Tagen. Im Falle eines reaktiven Suchtests kann aus der gleichen Probe gleich der Bestätigungstest gemacht werden. Das Ergebnis „HIV negativ“ ist bereits sechs Wochen nach dem letzten HIV-Risiko aussagekräftig. Die Durchführung eines Labortests geschieht immer in der Verantwortung eines Arztes/einer Ärztin und die Beratung ist inklusive. Die Durchführung weiterer Tests auf andere sexuell übertragbare Infektionen ist bei Bedarf selbstverständlich möglich.

HIV-Schnelltest (im Checkpoint): Es wird nur ein Tropfen Blut aus der Fingerkuppe benötigt. Ergebnis sofort, ein HIV-reaktives Ergebnis muss aber mit einem weiteren Test bestätigt werden, wodurch eine unangenehme Zeit der Ungewissheit entstehen kann. Das Ergebnis „HIV-negativ“ ist erst nach einer 12-Wochen-Frist nach dem letzten HIV-Risiko sicher. Die Durchführung eines HIV-Schnelltests geschieht immer in der Verantwortung eines Arztes/einer Ärztin und die Beratung ist inklusive. Die Durchführung weiterer Tests auf andere sexuell übertragbare Infektionen ist bei Bedarf selbstverständlich möglich.

HIV-Selbsttest: Der Selbsttest ist ein Schnelltest für zu Hause und kann auf einfache Weise alleine durchgeführt werden. Es wird nur ein Tropfen Blut aus der Fingerkuppe benötigt, dafür muss man sich selbst mit einer kleinen Apparatur stechen. Ergebnis sofort, HIV-positive Ergebnisse müssen aber mit einem weiteren Test (beim Checkpoint, beim Arzt oder im Gesundheitsamt)  bestätigt werden. Das Ergebnis „HIV-negativ“ ist erst nach einer 12-Wochen-Frist nach dem letzten HIV-Risiko sicher. Wenn der Selbsttest alleine durchgeführt wird, ist keine ärztliche Unterstützung und keine Berater*in persönlich greifbar. Der_die Anwender*in trägt die Verantwortung, alle nötigen Informationen erhalten und verstanden zu haben und auch das Testergebnis richtig einordnen zu können. Wer den Test durchführen möchte, sollte sich also gut informieren und ggf. anonyme Beratung in Anspruch nehmen. Die Durchführung weiterer Tests auf andere sexuell übertragbare Infektionen unterbleibt.

HIV-Einsendetests: Im Pilotprojekt S.A.M  Mein Heimtest werden in Bayern Einsendetests angeboten. Die Registrierung erfolgt online unter www.samtest.de, nach einer Erstberatung in einer Stellen (Aidshilfe München, Sub München, Aidshilfe Nürnberg oder AIDS-Beratungsstelle Oberpfalz) startet ein Test-Abo, bei dem der/die Anwender*in regelmäßig – alle 3, 6 oder 12 Monate – Proberöhrchen zugesendet bekommen können. Außer auf HIV wird auch auf Syphilis, Gonokokken und Chlamydien untersucht. Die zu Hause entnommenen Blut-, Urin- und Abstrichproben werden dann an ein Labor geschickt und dort untersucht. Die Ergebnismitteilung erfolgt telefonisch beziehungsweise bei negativen Ergebnissen per SMS.

 

Sie brauchen Hilfe bei der Entscheidung, welches Testverfahren für Sie am besten geeignet ist?

Rufen Sie uns an! Wir beraten!